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B I - Freiraum, Natur und Landschaft

1   Landschaftliches Leitbild
1.1 (G) Natur und Landschaft sollen in allen Teilräumen der Region als Lebensgrundlage des Menschen, zum Schutz der Naturgüter und als Zeugnis des kulturellen Erbes gesichert und entwickelt werden.
    Ein ausgewogener Naturhaushalt soll unter Berücksichtigung der Nutzungsansprüche in allen Teilen der Region erhalten bzw. wiederhergestellt werden.
1.2 (G) Die Erholungslandschaften im Bayerischen Wald und im Bereich der Thermalbäder Bad Füssing und Bad Griesbach i. Rottal sollen mit ihren bedeutsamen Landschaftsstrukturen gesichert und gepflegt werden.
    Landschaften mit hoher Eigenart sollen mit ihren charakteristischen Strukturen und in ihrer Vielfalt erhalten werden.
    Die in der Region vorhandenen bedeutsamen Kulturlandschaften sollen in ihrer traditionellen natur- und kulturlandschaftlichen Eigenart bewahrt werden.
    Die Erholungswirksamkeit der Freiräume soll erhalten und wo notwendig verbessert werden.
    Die Erholungslandschaften im Bayerischen Wald und im Bereich der Thermalbäder Bad Füssing und Bad Griesbach i. Rottal sollen mit ihren bedeutsamen Landschaftsstrukturen gesichert und gepflegt werden.
1.3 (G) Die gliedernden Strukturelemente in der Landschaft sollen erhalten, wiederhergestellt und insbesondere in der Agrarlandschaft des Gäubodens und des tertiären Hügellandes ergänzt werden.
1.4 (G) Die unvermeidbare Neuinanspruchnahme von Freiraum für bauliche Nutzungen, Infrastrukturanlagen oder den Rohstoffabbau soll vorrangig in Bereichen erfolgen, die keine besonderen Funktionen für den Naturhaushalt oder die landschaftsgebundene Erholung haben.
    Die Nutzung des Freiraums soll so gestaltet werden, dass Flächeninanspruchnahme, Trennwirkung und Auswirkungen auf das Landschaftsbild auf ein möglichst geringes Maß beschränkt werden.
    Visuelle Leitstrukturen, weithin einsehbare Landschaftsteile und exponierte Lagen sollen von weiterer Bebauung möglichst freigehalten werden.
     
2   Freiraumsicherung
2.1 (G) Zur Sicherung der vielfältigen Funktionen des Freiraums soll ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, Grünzügen und Freiflächen erhalten bzw. aufgebaut werden.
     
2.2   Regionale Grünzüge
2.2.1 (Z) Zur großräumigen Sicherung und Entwicklung ihrer besonderen Funktionen für die Siedlungsgliederung, das Bioklima und die Erholungsvorsorge werden zusammenhängende Teile der freien Landschaft als Regionale Grünzüge festgelegt.
    In den Regionalen Grünzügen kommt den jeweiligen Freiraumfunktionen Priorität gegenüber anderen raumbedeutsamen Nutzungsansprüchen zu.
    Die Regionalen Grünzüge sind grundsätzlich von weiterer Bebauung und von Nutzungen, die die jeweilige Freiraumfunktion beeinträchtigen, freizuhalten.
    Lage und Abgrenzung der Regionalen Grünzüge bestimmen sich nach der Karte „Freiraumsicherung“, die Bestandteil des Regionalplans ist.
    Folgende Gebiete werden als Regionale Grünzüge mit folgenden prioritären Freiraumfunktionen ausgewiesen:
    (S) Gliederung der Siedlungsräume, (K) Verbesserung des Bioklimas und (E) Erholungsvorsorge
    Regionale Grünzüge: 1 Tal der Kleinen Laber (S, K, E), 2 Aiterachtal (S, E), 3 Donautal (S, K, E), 4 Isartal (S, K, E), 5 Vilstal (S, K, E), 6 Rottal (S, K, E), 7 Inntal (S, K, E), 8 Hochbuchet/Neuburger Wald (K, E)
     
2.3   Landschaftliche Vorbehaltsgebiete
2.3.1 (G) Als Ergänzung zu naturschutzrechtlich geschützten Flächen sollen landschaftliche Vorbehaltsgebiete zum Schutz empfindlicher Landschaften und des Naturhaushaltes beitragen.
    In diesen Gebieten kommt dem Erhalt der Freiraumfunktionen und den gebietsspezifischen Erhaltungs- und Entwicklungszielen von Naturschutz und Landschaftspflege ein besonderes Gewicht gegenüber anderen Nutzungsansprüchen zu.
    Lage und Abgrenzung der landschaftlichen Vorbehaltsgebiete bestimmen sich nach der Karte „Freiraumsicherung“, die Bestandteil des Regionalplans ist.
    Folgende Gebiete werden als landschaftliche Vorbehaltsgebiete ausgewiesen:
    Landschaftsbildraum Isar-Donau-Hügelland: 1 Auen der Großen Laber, 2 Wälder im Hügellang nördlich der Kleinen Laaber, 3 Wälder im Hügelland zwischen Kleiner Laaber und Aiterach, 4 Wälder im Hügelland um Hankofen
    Landschaftsbildraum Dungau: 5 Wälder und Moore bei Moos und Osterhofen
    Landschaftsbildraum Isar-Inn-Hügelland: 6 Pleintinger Lössranken, 7 Wälder des Forstharter Rücken, 8 Leite im Donauengtal zwischen Pleinting und Vilshofen an der Donau, 9 Forst Steinkart, 10 Wälder östlich von Bad Griesbach, 11 Wälder westlich von Kösslarn, 12 Riedenburger Wald, 13 Leite zwischen Malching und Pocking, 14 Wälder nordwestlich von Bad Füssing, 15 Wälder westlich von Aidenbach
    Landschaftsbildraum Südliche Donaurandhöhen: 16 Wälder südöstlich von Zeitlarn
    Landschaftsbildraum Donautal: 17 Rainer Wald, 18 Auwälder zwischen Straubing und Irlbach, 19 Aue zwischen Donau und Isar, 20 Seenlandschaft Parkstetten, 21 Weiher- und Waldgebiet Steinrain, 22 Eglseer Moos
    Landschaftsbildraum Ilz-Erlauer Hügelland: 23 Talsystem der Kleinen Ohe, 24 Talsystem des Wimberger Bach, 25 Talsystem der Großen Ohe und Gaißa, 26 Wälder bei Sazlweg und Thyrnau, 27 Donauleite bei Erlau, 28 Talsystem bei Erlau, 29 Talsysteme bei Untergriesbach, 30 Kerbtäler nördlich der Donau, 31 Vorfeld der Feste Oberhaus
    Landschaftsbildraum Dreiburgenland: 32 Wald- und Heckenlandschaften bei Fürstenstein, 33 Wälder um den Schlossberg und den Rothauer See
    Landschaftsbildraum Hauzenberger Bergland: 34 Heckenlandschaften bei Saxing, 35 Wälder im Hauzenberger Bergland
    Landschaftsbildraum Wegscheider Hochfläche: 36 Streifenflurlandschft der Wegscheider Hochfläche, 37 Wald- und Wiesenlandschaft der Wegscheider Hochfläche
2.3.2 (G) In den landschaftlichen Vorbehaltsgebieten sollen die jeweilige Eigenart des Landschaftsbildes und die dort vorhandenen charakteristische Landschaftselemente erhalten und entwickelt werden.
     
2.4   Schutzgebiete
2.4.1 (G) Zur nachhaltigen Sicherung der Artenvielfalt, natürlicher und naturnaher Landschaften, typischer Kulturlandschaften und besonders erholungswirksamer Landschaftsteile soll das bestehende Netz von Schutzgebieten erhalten und - soweit notwendig - ausgebaut werden.
2.4.2 (Z) Der Nationalpark Bayerischer Wald ist entsprechend seiner Zweckbestimmung zu erhalten und zu entwickeln.
    Im Randbereich des Nationalparks ist sicherzustellen, dass durch die natürliche Waldentwicklung im Nationalpark keine negativen Auswirkungen auf die benachbarten Gebiete ausgehen.
2.4.3 (G) Im Naturpark Bayerischer Wald sollen die vielfältigen, charakteristischen Landschaften mit ihren prägenden Elementen erhalten und gemäß dem jeweiligen Pflege- und Entwicklungsplan weiterentwickelt werden.
2.4.4 (Z) Die in der Region vorhandenen Naturschutzgebiete sind in ihrem Bestand zu sichern und entsprechend dem jeweiligen Schutzzweck zu entwickeln.
2.4.5 (Z) Die in der Region vorhandenen Landschaftsschutzgebiete sind in ihrer Substanz zu sichern und entsprechend dem jeweiligen Schutzzweck zu entwickeln.
2.4.6 (G) Touristische Aktivitäten und Erholungsnutzungen sollen in Schutzgebieten so gelenkt werden, dass naturschutzfachlich wertvolle Flächen und ausreichend große, störungsarme bzw. nutzungsfreie Rückzugsgebiete für empfindliche Tierarten erhalten bleiben.
     
2.5   Arten und Lebensräume, Biotopverbund
2.5.1 (G) Die in der Region vorhandenen ökologisch wertvollen Standorte und Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen sollen erhalten, gepflegt und entwickelt werden.
2.5.2 (Z) In der Region ist durch Verknüpfung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen ein zusammenhängendes Biotopverbundsystem anzulegen.
  (G) Der regionale Biotopverbund soll durch örtliche Biotopvernetzungsmaßnahmen ergänzt und verdichtet werden.
     
2.6   Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
2.6.1 (G) Raumbedeutsame Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollen unter Wahrung des funktionellen Bezugs bevorzugt in Schutzgebieten, landschaftlichen Vorbehaltsgebieten oder Regionalen Grünzügen umgesetzt werden.
2.6.2 (Z) In Regionalen Grünzügen und landschaftlichen Vorbehaltsgebieten sind bei Eingriffen höhere Anforderungen an Kompensationsmaßnahmen zu stellen.
2.6.3 (G) Die durch den Ausbau der Rhein-Main-Donau-Wasserstraße bedingten unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild sollen auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt und so weit wie möglich ausgeglichen werden.

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