Rohstoffregion Donau-Wald

Granit

In der Region Donau-Wald hat der Rohstoffabbau eine lange Tradition. Der bekannteste Rohstoff ist wohl der Granit aus dem Bayerwald, der Inbegriff für einen qualitativ hochwertigen Roh- und Werkstoff ist. Trotz der wachsenden Konkurrenz aus Fernost und Osteuropa, die mit Arbeitsplatzverlusten in der heimischen Granitindustrie verbunden ist, sind die Granitprodukte aus der Region Donau-Wald in aller Welt begehrt und geschätzt.

Innovative Produkte, wie z.B. die einzigartigen Granitbrunnen der Kusser Granitwerke in Aicha, die scheinbar federleicht Tonnen schwere Kugeln auf einem dünnen Wasserfilm zum tanzen bringen, belegen Erfindungsgeist und Innovationskraft der Unternehmer in der Region.

Das Granitzentrum Bayerischer Wald in Hauzenberg dokumentiert die Tradition des für die Identität des Bayerischen Waldes bedeutenden Industriezweiges und präsentiert den vielfältigen Werkstoff in seinen Facetten und Möglichkeiten.

Granit als Kunstwerk
Granitbruch bei Fürstenstein

Kies und Sand

Die Region Donau-Wald ist reich an unterschiedlichen, qualitativ hochwertigen Kiesen und Sanden. Die besten Lagerstätten befinden sich v.a. in den Talräumen von Isar, Donau und Inn sowie bei Ortenburg/Fürstenzell. Kleinere und i.d.R. auch weniger mächtige Lagerstätten finden sich auch im tertiären Hügelland. Die Massenrohstoffe Kies und Sand werden in allen Bereichen der Bauwirtschaft ebenso eingesetzt wie als Roh- oder Zuschlagstoff in der chemischen Industrie (z.B. als Filtersande).

Nassabbau von Kies und Sand
Trockenabbau von Kies und Sand

Lehm und Ton

Die wichtigsten Lagerstätten finden sich v.a. im Gäuboden, im südlichen Landkreis Passau und zwischen Hengersberg und Schöllnach. Lehm und Ton werden als Rohstoff in erster Linie für die Herstellung von Baustoffen (Mauer- und Dachziegel) verwendet. Spezialtone mit besonderen Eigenschaften werden aber auch in anderen Industrien eingesetzt, so z.B. für die Herstellung von keramischen Erzeugnissen oder bei der Produktion von Aluminium. Im Ziegel- und Kalkmuseum Flintsbach kann man sich über die Geschichte der Ziegelherstellung informieren.

Quarz

Quarze finden sich in der Region Donau-Wald in erster Linie entlang des so genannten Pfahls im Bayerischen Wald. Der Rohstoff Quarz findet - je nach Spezifikation - vielfältige Anwendung, so z.B. als Gießereisand, bei der Herstellung von Silikonen oder in der Halbleiterindustrie.

Quarzabbau bei Viechtach
Geotop Großer Pfahl

Graphit

In Kropfmühl befindet das einzige industriell betriebene Graphit-Bergwerk Deutschlands. Die Abbautradition geht bis ins Jahr 1870 zurück. Hier kann man sich auch als Tourist in einem Besucherbergwerk auf eine außergewöhnliche Reise in die Welt des Bergbaus begeben.

Silber

In früheren Jahren wurden in der Region Donau-Wald auch "edlere Rohstoffe" gefördert. Im Silberberg bei Bodenmais wurde seit dem 15. Jahrhundert Silber abgebaut. Die Lagerstätten genügen aber leider weder qualitativ noch quantitativ den modernen Ansprüchen, so dass der Abbau eingestellt wurde. Heute steht den Besuchern noch ein Besucherbergwerk zur Verfügung.

Rohstoffsicherung im Regionalplan

Die Nutzung der heimischen Rohstoffe ist einerseits wirtschaftliche Basis für die weiterverarbeitende Industrie und die Bauwirtschaft, andererseits ist der Abbau auch mit Eingriffen in Natur und Landschaft und Belastungen für Mensch und Umwelt verbunden. Mit der Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten zur Rohstoffsicherung nutzt der Regionale Planungsverband erfolgreich das ihm zur Verfügung stehende Instrumentarium, um den bestmöglichen Ausgleich zwischen den konkurrierenden Nutzungsansprüchen zu schaffen und den Abbau von Bodenschätzen in die am besten geeigneten Gebiete zu lenken.

Im Regionalplan werden auch Nachfolgenutzungen für die Rohstoffabbaugebiete festgelegt, um die Landschaftsschäden durch den Abbau möglichst gering zu halten und/oder Sekundärbiotope zur Bereicherung des Naturhaushalts entstehen zu lassen. In geeigneten Gebieten ist auch eine touristische Nachfolgenutzung der Abbaustellen oder die Schaffung von Einrichtungen der Naherholung (z.B. als Badesee oder Wasserskianlage) sinnvoll.

Viele positve Rekultivierungsbeispiele in der Region zeigen, dass Rohstoffabbau und Landschafts- und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen, sondern am Ende des Abbaus sogar eine vielfältigere und ökologisch wertvollere Landschaft steht.

Nachfolgenutzung als Badesee
Nachfolgenutzung als Biotop

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